European Consumer Protection

Wie Schnellwarnsysteme die Verbraucher schützen

Jedes Jahr wird eine Vielzahl von Produkten so hergestellt, verarbeitet oder gestaltet, dass sie die Gesundheit gefährden. Es gibt jedoch Anforderungen und Spezifikationen, die dem Schutz des Verbrauchers dienen. Wenn diese Anforderungen nicht erfüllt werden, soll das Produkt schnell und vollständig vom Markt verschwinden. Um dies in ganz Europa zu erreichen, wurde 2003 das europäische Schnellwarnsystem Rapex eingerichtet.

Rapex (Rapid Exchange of Information System) ist ein Warnsystem, das Informationen aus den EU-Mitgliedsstaaten über gefährliche oder potentiell gefährliche Güter wie Kleidung, Schmuck, Spielzeug, Kosmetika und andere Körperpflegeprodukte liefert. Lebensmittel, pharmazeutische Produkte und Medikamente werden vom Schnellwarnsystem nicht erfasst.

Die 2001 eingeführte EU-Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit hat das Rapex-Netzwerk zu einer Schlüsselkomponente des europäischen Verbraucherschutzes gemacht. Das System gewährleistet einen schnellen EU-weiten Informationsaustausch über Maßnahmen wie Rücknahme- und Rückrufaktionen. Es wird nicht zwischen freiwilligen Maßnahmen und Maßnahmen der Behörden unterschieden. Zur Überwachung der Maßnahmen werden europaweit Lieferlisten an die lokalen und zuständigen Behörden übermittelt.

Jeden Freitag veröffentlicht die EU-Kommission einen wöchentlichen Bericht über gefährliche Produkte, die von den nationalen Behörden identifiziert wurden. Diese so genannten Rapex-Meldungen enthalten Informationen über das Produkt, die inhärente Gefahr und die in diesem Land ergriffenen Maßnahmen. Die Verbraucher können auch Produkte melden, die sie für gefährlich oder unsicher halten. Sie können das ICSMS-System nutzen, das die Meldungen sammelt und an die zuständigen Behörden weiterleitet.

Rapix wird von den europäischen Behörden aktiv übernommen. Im Jahr 2017 wurden 2201 Produkte, die über das Schnellwarnsystem gemeldet wurden, vom Markt genommen. Ein zunehmender Anteil der im System gemeldeten gefährlichen Produkte wird jedoch über das Internet vertrieben. Daher konzentriert sich die EU-Kommission nun auf eine engere Beziehung zu Online-Plattformen, um potenziell unsichere Produkte von Websites zu entfernen, die in die EU verkaufen.

Weitere Informationen: Rapex: https://ec.europa.eu/consumers/consumers_safety/safety_products/rapex/alerts/?event=main.listNotifications&lng=en